Schwellung der männlichen Brust
Die Gynäkomastie ist die gutartige ein- oder beidseitige Größenzunahme der männlichen Brust. Sie kann als normale Veränderung während der Pubertät und als Symptom einer Krankheit in Erscheinung treten und ist immer auf eine Hormonverschiebung zurückzuführen. Von der echten Gynäkomastie unterscheidet man außerdem eine "Pseudogynäkomastie", die eine reine Zunahme des Brustfettgewebes bezeichnet. Hierbei ist der Drüsenkörper der Brust nicht beteiligt.
Physiologisch, d.h. als normale und gutartige Veränderung, kann die Gynäkomastie in verschiedenen Entwicklungsstufen des Mannes auftreten: Hierzu gehört der Neugeborene mit einem Überschuss des mütterlichen Hormones Östrogen, das durch den Mutterkuchen auf das Neugeborene übertragen wurde. Der Adoleszent in der Pubertät kann betroffen sein durch eine vorübergehend vermehrte Bildung und Umwandlung des weiblichen Geschlechtshormons im Fett- und Muskelgewebe. Und schließlich gibt es eine Altersgynäkomastie, die durch die im Alter zunehmende Fettgewebsmasse bei abnehmender Körpermasse zustande kommt. Im Fettgewebe werden verstärkt männliche Hormone (Androgene) in weibliche Hormone umgewandelt. Zusätzlich dazu nimmt die natürliche Hormonbildung im Hoden mit dem Alter ab. Während in den jugendlichen Stadien die Vergrößerung der Brust nur vorübergehend andauert und meist ohne Behandlung von alleine verschwindet, verbleibt sie beim älteren Patienten.
Die Ursache einer krankhaften Gynäkomastie beruht meist auf den Einfluss bestimmter Medikamente und Drogen, die auf die Brust einen ähnlichen Effekt wie Östrogen ausüben oder der Wirkung männlicher Geschlechtshormone entgegenwirken können. Zu diesen Medikamenten zählen ein Diuretikum, Magenschutzmittel, einige Psychopharmaka und Antidepressiva, Medikamente im Einsatz gegen Hodentumoren und Rauschgifte wie Cannabis, Heroin oder Methadon.
Auch Stoffwechselstörungen wie die Leberzirrhose und chronische Niereninsuffizienz, bei denen Östrogene nicht mehr ausreichend über die Leber bzw. Niere abgebaut werden können, führen zu einer Vergrößerung der Brustdrüse. Nicht zuletzt ist der chronische Alkoholmissbrauch zu nennen, der einerseits indirekt über die Leberzirrhose, andererseits direkt durch die Verminderung eines Sexualhormon- stimulierenden Hormons in der Hirnanhangsdrüse zu Gynäkomastie führen kann.
Als seltenere Ursachen der Gynäkomastie gibt es einige Gendefekte (z.B. das Klinefelter Syndrom, durch welches die betroffenen Patienten ein zusätzliches X-Chromosom aufweisen) oder bestimmte Entwicklungsstörungen, wie z.B. der von Geburt an nicht angelegte Hoden (Hodenagenesie).
Weitere seltene Ursachen einer Gynäkomastie sind Tumoren z.B. der Hirnanhangsdrüse oder des Hodens, in sehr seltenen Fällen können auch andere Tumoren (Brustkrebs des Mannes, Lungen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs) zur Ausbildung einer Gynäkomastie führen.
Therapie der Gynäkomastie.
Die pubertäre Gynäkomastie bedarf als harmlose hormonelle Veränderung keiner weiteren Abklärung und wird daher auch nicht behandelt. Sie bildet sich in der Regel innerhalb kurzer Zeit komplett von alleine zurück. Auch in anderen Fällen ist oft keine Behandlung notwenig, sofern das äußere Aussehen subjektiv nicht als störend empfunden wird. Nur bei großer psychischer Belastung kann eine operative Entfernung der Brustdrüse erwogen werden. Das Absetzen auslösender Medikamente oder Drogen oder eine hormonelle Behandlung beeinflussen die Vergrößerung meiste nicht stark, sollte aber trotzdem in solchen Fällen als Erstbehandlung versucht werden. Bei Mangel an männlichen Geschlechthormonen sollte eine medikamentöse Therapie mit Dopaminantagonisten (Gegenspieler von Prolactin) begonnen werden und Tumore sollten operativ entfernt werden. Sollte es trotz all dieser Maßnahmen nicht zu einem Rückgang des Drüsenkörpers gekommen sein, kann die operative Entfernung des Drüsekörpers indiziert sein.
Operation der Gynäkomastie
Die "Subkutane Mastektomie" kann in örtlicher Betäubung oder Allgemeinanästhesie erfolgen und dauert je nach Umfang 0,5-2 Stunden. Als erstes wird das überschüssige Fettgewebe abgesaugt und als zweiter Schritt wird durch einen kleinen Schnitt unterhalb der Brustwarze vorsichtig das vermehrte Drüsengewebe entfernt. Die Brustwarze selbst bleibt bei dem Eingriff erhalten. Bevor die Wunde verschlossen wird, kann ein Drainageschlauch zur Ableitung von Wundsekret eingelegt werden, um einen größeren Bluterguss zu vermeiden. Eine reine Fettabsaugung führt in der Regel nicht zu dem gewünschten Ergebnis, weil das überschüssige Fettgewebe durch eine eigene Produktion von Östrogenen zu einem Wachstum des darunterliegenden Drüsengewebes geführt hat.
In der Regel erfolgt der Eingriff ambulant und die Patienten können noch am selben Tag nach Hause fahren.
Komplikationen
Die Operation der Gynäkomastie ist ein Routineeingriff und schwerwiegende Komplikationen sind sehr selten. Jeder operative Eingriff birgt allerdings gewisse allgemeine Risiken wie Medikamentenunverträglichkeit, Allergien, Infektionen, Hautunebenheiten, unvorteilhafte Narbenbildung und Nachblutungen in sich. Im Aufklärungsgespräch wird der behandelnde Chirurg über diese Risiken ausführlich informieren. Außerdem kann es im Bereich des Operationsgebietes zu einer lokalen Schwellung oder leichten Verfärbungen kommen. Durch das Durchtrennen oberflächlicher Hautnerven kann es zu einem Taubheitsgefühl kommen. Diese Symptome sind nicht ungewöhnlich und klingen nach einigen Tagen meist von alleine wieder ab. Nach einer Woche sind die Patienten wieder arbeitsfähig, allerdings sollten sie für die nächsten sechs Wochen sämtliche starken Anstrengungen, vor allem im Brustbereich, streng unterlassen, um die Heilung des Gewebes nicht zu beeinträchtigen. Außerdem müssen die Patienten für 4-6 Wochen ein Kompressionsmieder tragen um den Heilungsverlauf optimal zu unterstützen. Auch sollte in den kommenden 6 Monaten komplett auf Sonnenbäder im Brustbereich verzichtet werden, da es sonst mitunter zu störenden bräunlichen Pigmentierungen auf der Haut kommen kann.
Erfolgesaussichten
In den Händen eines erfahrenen Chirurgen sind die Erfolgsaussichten einer operativen Entfernung der Brustdrüse sehr gut. Sie sind natürlich abhängig von der allgemeinen körperlichen Verfassung sowie der subjektiven Erwartung des Patienten. Die eventuelle Narbe um den Brustwarzenhof ist in den meisten Fällen unauffällig. Eine Wiederkehr der Gynäkomastie ist nur dann zu erwarten, wenn die Patienten die auslösenden Medikamente/ Drogen trotzdem weiter einnehmen oder die zur Gynäkomastie führende Grundkrankheit weiterhin besteht.
Die Gynäkomastie ist die gutartige ein- oder beidseitige Größenzunahme der männlichen Brust. Sie kann als normale Veränderung während der Pubertät und als Symptom einer Krankheit in Erscheinung treten und ist immer auf eine Hormonverschiebung zurückzuführen. Von der echten Gynäkomastie unterscheidet man außerdem eine "Pseudogynäkomastie", die eine reine Zunahme des Brustfettgewebes bezeichnet. Hierbei ist der Drüsenkörper der Brust nicht beteiligt.
Physiologisch, d.h. als normale und gutartige Veränderung, kann die Gynäkomastie in verschiedenen Entwicklungsstufen des Mannes auftreten: Hierzu gehört der Neugeborene mit einem Überschuss des mütterlichen Hormones Östrogen, das durch den Mutterkuchen auf das Neugeborene übertragen wurde. Der Adoleszent in der Pubertät kann betroffen sein durch eine vorübergehend vermehrte Bildung und Umwandlung des weiblichen Geschlechtshormons im Fett- und Muskelgewebe. Und schließlich gibt es eine Altersgynäkomastie, die durch die im Alter zunehmende Fettgewebsmasse bei abnehmender Körpermasse zustande kommt. Im Fettgewebe werden verstärkt männliche Hormone (Androgene) in weibliche Hormone umgewandelt. Zusätzlich dazu nimmt die natürliche Hormonbildung im Hoden mit dem Alter ab. Während in den jugendlichen Stadien die Vergrößerung der Brust nur vorübergehend andauert und meist ohne Behandlung von alleine verschwindet, verbleibt sie beim älteren Patienten.
Die Ursache einer krankhaften Gynäkomastie beruht meist auf den Einfluss bestimmter Medikamente und Drogen, die auf die Brust einen ähnlichen Effekt wie Östrogen ausüben oder der Wirkung männlicher Geschlechtshormone entgegenwirken können. Zu diesen Medikamenten zählen ein Diuretikum, Magenschutzmittel, einige Psychopharmaka und Antidepressiva, Medikamente im Einsatz gegen Hodentumoren und Rauschgifte wie Cannabis, Heroin oder Methadon.
Auch Stoffwechselstörungen wie die Leberzirrhose und chronische Niereninsuffizienz, bei denen Östrogene nicht mehr ausreichend über die Leber bzw. Niere abgebaut werden können, führen zu einer Vergrößerung der Brustdrüse. Nicht zuletzt ist der chronische Alkoholmissbrauch zu nennen, der einerseits indirekt über die Leberzirrhose, andererseits direkt durch die Verminderung eines Sexualhormon- stimulierenden Hormons in der Hirnanhangsdrüse zu Gynäkomastie führen kann.
Als seltenere Ursachen der Gynäkomastie gibt es einige Gendefekte (z.B. das Klinefelter Syndrom, durch welches die betroffenen Patienten ein zusätzliches X-Chromosom aufweisen) oder bestimmte Entwicklungsstörungen, wie z.B. der von Geburt an nicht angelegte Hoden (Hodenagenesie).
Weitere seltene Ursachen einer Gynäkomastie sind Tumoren z.B. der Hirnanhangsdrüse oder des Hodens, in sehr seltenen Fällen können auch andere Tumoren (Brustkrebs des Mannes, Lungen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs) zur Ausbildung einer Gynäkomastie führen.
Therapie der Gynäkomastie.
Die pubertäre Gynäkomastie bedarf als harmlose hormonelle Veränderung keiner weiteren Abklärung und wird daher auch nicht behandelt. Sie bildet sich in der Regel innerhalb kurzer Zeit komplett von alleine zurück. Auch in anderen Fällen ist oft keine Behandlung notwenig, sofern das äußere Aussehen subjektiv nicht als störend empfunden wird. Nur bei großer psychischer Belastung kann eine operative Entfernung der Brustdrüse erwogen werden. Das Absetzen auslösender Medikamente oder Drogen oder eine hormonelle Behandlung beeinflussen die Vergrößerung meiste nicht stark, sollte aber trotzdem in solchen Fällen als Erstbehandlung versucht werden. Bei Mangel an männlichen Geschlechthormonen sollte eine medikamentöse Therapie mit Dopaminantagonisten (Gegenspieler von Prolactin) begonnen werden und Tumore sollten operativ entfernt werden. Sollte es trotz all dieser Maßnahmen nicht zu einem Rückgang des Drüsenkörpers gekommen sein, kann die operative Entfernung des Drüsekörpers indiziert sein.
Operation der Gynäkomastie
Die "Subkutane Mastektomie" kann in örtlicher Betäubung oder Allgemeinanästhesie erfolgen und dauert je nach Umfang 0,5-2 Stunden. Als erstes wird das überschüssige Fettgewebe abgesaugt und als zweiter Schritt wird durch einen kleinen Schnitt unterhalb der Brustwarze vorsichtig das vermehrte Drüsengewebe entfernt. Die Brustwarze selbst bleibt bei dem Eingriff erhalten. Bevor die Wunde verschlossen wird, kann ein Drainageschlauch zur Ableitung von Wundsekret eingelegt werden, um einen größeren Bluterguss zu vermeiden. Eine reine Fettabsaugung führt in der Regel nicht zu dem gewünschten Ergebnis, weil das überschüssige Fettgewebe durch eine eigene Produktion von Östrogenen zu einem Wachstum des darunterliegenden Drüsengewebes geführt hat.
In der Regel erfolgt der Eingriff ambulant und die Patienten können noch am selben Tag nach Hause fahren.
Komplikationen
Die Operation der Gynäkomastie ist ein Routineeingriff und schwerwiegende Komplikationen sind sehr selten. Jeder operative Eingriff birgt allerdings gewisse allgemeine Risiken wie Medikamentenunverträglichkeit, Allergien, Infektionen, Hautunebenheiten, unvorteilhafte Narbenbildung und Nachblutungen in sich. Im Aufklärungsgespräch wird der behandelnde Chirurg über diese Risiken ausführlich informieren. Außerdem kann es im Bereich des Operationsgebietes zu einer lokalen Schwellung oder leichten Verfärbungen kommen. Durch das Durchtrennen oberflächlicher Hautnerven kann es zu einem Taubheitsgefühl kommen. Diese Symptome sind nicht ungewöhnlich und klingen nach einigen Tagen meist von alleine wieder ab. Nach einer Woche sind die Patienten wieder arbeitsfähig, allerdings sollten sie für die nächsten sechs Wochen sämtliche starken Anstrengungen, vor allem im Brustbereich, streng unterlassen, um die Heilung des Gewebes nicht zu beeinträchtigen. Außerdem müssen die Patienten für 4-6 Wochen ein Kompressionsmieder tragen um den Heilungsverlauf optimal zu unterstützen. Auch sollte in den kommenden 6 Monaten komplett auf Sonnenbäder im Brustbereich verzichtet werden, da es sonst mitunter zu störenden bräunlichen Pigmentierungen auf der Haut kommen kann.
Erfolgesaussichten
In den Händen eines erfahrenen Chirurgen sind die Erfolgsaussichten einer operativen Entfernung der Brustdrüse sehr gut. Sie sind natürlich abhängig von der allgemeinen körperlichen Verfassung sowie der subjektiven Erwartung des Patienten. Die eventuelle Narbe um den Brustwarzenhof ist in den meisten Fällen unauffällig. Eine Wiederkehr der Gynäkomastie ist nur dann zu erwarten, wenn die Patienten die auslösenden Medikamente/ Drogen trotzdem weiter einnehmen oder die zur Gynäkomastie führende Grundkrankheit weiterhin besteht.