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Was tun bei Zahnfleischbluten

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Zahnfleischbluten ist ein ernstes Warnsignal das meistens durch schlechte oder schlicht kaum vorhandene Mundpflege begründet ist. Blutet das Zahnfleisch beim Putzen oder bei Ausübung von Druck, ist das meistens ein Zeichen für eine Zahnfleischentzündung, die sogenannte Gingivitis. Durch regelmäßige Zahnpflege, gründliches und regelmäßiges Zähneputzen und professionelle Zahnreinigung können Sie als Patient positiven Einfluss auf das Zahnfleisch nehmen. Sie werden sehen, dass die Tendenz zum Bluten des Zahnfleisches schnell abnimmt.
Zahnfleischbluten


Ist eine Parodontitis, oder Zahnbetterkrankung die Ursache für das Zahnfleischbluten, sollten Sie einen spezialisierten Zahnarzt aufsuchen und Ursachen, wie Plaque und Zahnstein entfernen lassen. Auch eine Behandlung mit Antibiotika könnte seitens des Zahnarztes vorgeschlagen werden. Ist das Zahnfleisch bereits stark geschädigt und zurückgegangen und es haben sich Zahnfleischtaschen gebildet, wird er Ihnen eine Zahnfleischbehandlung vorschlagen. Schon ein Biss in einem Apfel zweigt oft Blutspuren. Hat man beim Ausspucken oft Blut im Speichel ist dringende Hilfe gefordert. Auf keinen Fall diese Warnsignale ignorieren!

Anzeichen einer Zahnfleischentzündung sind:

  1. Zahnfleischbluten bei Druck und Zähneputzen
  2. Zahnfleischrückgang und sichtbare Zahnwurzeln
  3. Geschwollenes Zahnfleisch am Übergang zu den Zähnen
  4. Zahnfleischtaschen
  5. sehr dunkelrotes Zahnfleisch
  6. Empfindliche, schmerzende Zahnfleischbereiche

Zahnfleischbluten muss aber nicht zwingend bakteriell bedingt sein. Auch viele körperliche Krankheiten, Veränderungen oder Mangelerscheinungen können mit Zahnfleischbluten einhergehen.

Wie häufig ist eigentlich Zahnfleischbluten

Bei fast 100% der 35- jährigen ist Zahnfleischbluten durch schlechte Mundhygiene leider vorhanden. Bei schweren Formen der Gingivitis und Parodontitis kommt es zu Zahnverlust. Dieser Anteil liegt dann bei 20-40% aufgrund schlechter Mundhygiene, das sich als Gingivitis oder später als Parodontitis äußert und kommt bei 100 Prozent der 35-Jährigen vor. Die schwere Form der Zahnfleischentzündung, die zum Zahnverlust führt, macht dabei einen Anteil von 20 bis 40 Prozent aus. Zuerst harmlos, dann als Folge nicht umkehrbar, da das Zahnfleisch nicht wieder am Zahn festwächst und die Zahnfleischtaschen immer mehr Bakterien beherbergen. Der frühe Gang zum Zahnarzt ist wesentlich, um das Krankheitsbild zu stoppen.

Was kann man als Patient gegen Zahnfleischbluten unternehmen?

Der Zahnarzt wird nach einer gründlichen Voruntersuchung und in einem Patientengespräch ( Anamnese ) die Ursache finden und Ihnen Vorschläge machen. Oft liegen Erkrankungen, wie Medikamentennebenwirkungen, Mangelerkrankungen, Herzkrankheiten, Diabetes oder Knochenerkrankungen vor. Er wird Sie fragen, wie lange das Problem besteht und ob Zahnschmerzen vorliegen. Gerade bei Rauchern ist Zahnfleischrückgang und Knochenabbau sehr häufig.
Bei Frauen ist die Schwangerschaft ein Grund für Zahnfleischentzündungen und auch Mangelerscheinungen. Bei einigen Patienten liegen chronische Belastungen mit Schwermetallen vor. Auch hier kommt es zu Problemen mit dem Zahnfleisch. ( Quecksilber )

Ihr Zahnarzt wird eine visuelle Untersuchung des Zahnfleisches durchführen einen Befund der Mundhöhle und Ihres Pflegestatus erstellen. Mit entsprechenden Messsonden werden die Zahnfleischtaschen und deren Tiefer untersucht. Wenn schon bei dieser Voruntersuchung Zahnfleischbluten auftritt, ist dies schon ein Zeichen für vorliegende Zahnfleischentzündungen. Es werden Röntgenbilder angefertigt, um zu erkennen, ob der Knochen bereits geschädigt ist und die Zähne noch gut in den Zahnfächern ( Alveolen ) verankert sind. Sollten andere Erkrankungen im Verdacht sein, wird Ihr Zahnarzt auch weitere Fachärzte für die Behandlung hinzuziehen, um das Zahnfleischbluten frühzeitig zu stoppen und die Krankheiten zu behandeln.

Er wird im ersten Schritt wird Ihr Zahnarzt Beläge, Zahnstein und Bakterien mit Instrumenten, Ultraschall und Desinfektionslösungen bzw. Antibiotika entfernen. In besonderen Fällen kann auch eine Zahnfleischbehandlung notwendig sein, die von spezialisierten Zahnärzten durchgeführt werden sollte.

So können Sie selbst etwas gegen Ihr Zahnfleischbluten unternehmen:

Mit Vorsorge, perfekter Mundhygiene, professioneller Zahnreinigung ( PZR ), der richtigen Zahnbürste und Zahncreme können Sie Einfluss auf das Zahnfleischbluten nehmen. Hier liegt die Verantwortung auch bei Ihnen als Patient. Lassen Sie sich Putztechniken erklären und demonstrieren und nehmen Sie keine zu harten Zahnbürsten. Reinigen Sie auch die Zahnzwischenräume mit kleinen Interdentalbürsten und Zahnseide. Schrubben Sie nicht auf dem Zahnfleisch herum, sondern massieren Sie eher mit der Bürste sanft die betroffenen Bereiche. Sollte es zu kleinen Blutungen kommen, nicht mit dem Fädeln und Putzen aufhören, sondern 3 x am Tag die Prozedur wiederholen. Nicht aufgeben und generell den Zahnarzt fragen, welche Hilfsmittel für Sie in Frage kommen.

Raucher haben durch Nikotin und viele Giftstoffe generell ein größeres Problem mit den Zähnen. Weniger rauchen oder am Besten ganz aufhören ist hier wirklich angesagt. Mindestens zwei mal im Jahr sollten Sie bei Ihrem Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung machen lassen und den Zahnbefund wiederholen, um zu sehen, ob die Zahnfleischtaschen zurück gegangen sind und das Zahnfleisch nicht mehr so stark blutet. Gerade verschachtelte Zähne lassen sich nicht so leicht reinigen. Hier kann der Zahnarzt mit seinen Instrumenten deutlich besser helfen. Nehmen Sie weniger Zucker zu sich und kauen z.B. nach dem Essen ein Xylit Kaugummi. Das entzieht den Bakterien die Nahrung und lässt sie absterben. Mundspülungen mit Chlorhexidin helfen zusätzlich gegen Keime und Keimbildung. Hier unterstützen Sie z.B. auch mit Myrthe und Salbei als natürliche Desinfektionsmittel.

Auch Mundgeruch ist ein Warnsignal und sollte wie Zahnschmerzen und Zahnfleischbluten zu einem Besuch Ihres Zahnarztes führen. Angstpatienten sollten sich professionelle Hilfe holen, um hier Schlimmeres zu vermeiden. Mögliche Folge ist nicht nur ein Zahnverlust. Keime können ins Blut gelangen und im schlimmsten Fall etwa die Herzklappe angreifen. Der Zahnarzt kann mittels des PSI-Tests (Parodontal Screening Index) feststellen, ob es sich um Parodontitis oder eine Zahnfleischentzündung handelt. Alle zwei Jahre bezahlen die Krankenkassen diesen Test zur Früherkennung. Hält das Zahnfleischbluten trotz regelmäßigen putzens an oder wird es stärker, sollte man dringend einen Zahnarzt aufsuchen.

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