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Fettabsaugung oder Liposuktion

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Die Fettabsaugung gehört zu den am meisten durchgeführten Schönheitsoperationen weltweit. Bei der Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt, werden unter der Haut gelegene Fettansammlungen dauerhaft entfernt. Besonders bemerkenswert an dieser Methode ist, dass durch eine einzige Behandlung eine deutliche Verbesserung der Körperform erreicht werden kann und gleichzeitig durch den Eingriff kaum sichtbare Narben entstehen. Allerdings ist die Fettabsaugung nicht universelles Mittel gegen alle Formen des Übergewichts. Bei generalisiertem Übergewicht, also übermäßigen Fettansammlungen im ganzen Körper, ist eine Fettabsaugung nicht möglich und sollte auf keinem Fall als Alternative zur Diät oder zum Sport verstanden werden. Angezeigt ist die Fettabsaugung hingegen aus kosmetischen Gründen zur Verschönerung der Konturen in bestimmten diätresistenten Problemregionen, bei welchen selbst Sport nicht zur äußerlichen Verbesserung geführt hat.
Sie eignet sich daher vor allem bei eigentlich schlanken Personen, die mit speziellen Fettpölsterchen zu kämpfen haben. Dies sind bei Frauen die Oberschenkel, die Hüfte, das Gesäß, der Bauch oder die Knie, gelegentlich auch die Arme oder selten der Gesichtsbereich. Beim Mann befinden sich die klassischen Problemzonen meist im Bauchbereich, der Taille und unterhalb des Kinns. Voraussetzung für das Gelingen der Operation ist auch, dass die über dem gewünschten Absaugbereich gelegene Haut fähig ist, sich nach dem Eingriff genügend zurückzubilden. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte nach der Fettabsaugung eine Hautstraffung notwendig werden, um das vom Patienten erreichte Ziel einer ästhetischen Verbesserung auch gewährleisten zu können.


Die Methoden der Fettabsaugung

Abhängig von Anzahl und Größe der gewünschten Absaugregionen wird der Eingriff entweder in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt.
Das heute mit am meisten angewandte Verfahren ist die Tumeszenz- Technik: Vor der Absaugung wird mithilfe einer Spritze eine große Menge Kochsalzlösung gemeinsam mit einem Lokalanästhetikum in den Operationsbereich gespritzt, um die Fettzellen zu verflüssigen und die Blutungsneigung zu vermindern. Gleichzeitig können bei diesem Vorgang auch andere eventuell notwendige Medikamente gespritzt werden. Nach einer 30minütigen Einwirkzeit wird daraufhin mit einer speziell geformten Kanüle das Fett abgesaugt. Um die Kanüle in das Fettgewebe einzuführen, werden etwa 3-4 Millimeter kleine Schnitte notwendig sein. Diese werden allerdings gezielt in natürlichen Hautfalten gesetzt, um spätere Narben so gut wie möglich zu verstecken.

Eine andere Methode der Fettabsaugung ist die Ultraschallgestützte Fettabsaugung, auch "Ultraschallassistierte Aspirations- Lipektomie/ UAL" genannt. Bei dieser Technik wird eine besondere Kanüle verwendet, mit der durch Ultraschallenergie direkt vor Ort die Fettzellen zerstört werden. Daraufhin werden die verflüssigten Zellen in der gewohnten Technik abgesaugt und entfernt. Diese Technik eignet sich vor allem bei Körperregionen, die einen dicken Bindegewebsanteil haben, wie am Rücken oder beim Mann an der Brust. Allerdings dauert die UAL in der Regel viel länger als andere Fettabsaug-Techniken.

An empfindlichen Zonen, wie Knie oder am Knöchel, war die Fettabsaugung bisher problematisch, da aufgrund der vermehrten Lymphbahnen in diesen Bereichen mit einer verzögerten Wundheilung zu rechnen war. Daher wurde ein neues schonenderes Verfahren entwickelt, eine Kombination aus Vibrations- Fettabsaugung und einer besonders sanften Laserbehandlung. Das Fettgewebe wird hierbei zuerst wie gewohnt mit Tumeszenz- Flüssigkeit betäubt und aufgeweicht. Während der Einwirkzeit wird mithilfe eines niederfrequenten Lasers das Fett verflüssigt, um das Absaugen zu vereinfachen. Durch die Schwingung der neuartigen Kanülen werden die Fettzellen sanft aufgeweicht und aus dem Bindegewebe gelöst. Ein heftiges Stochern im Gewebe mit der Kanüle wird dadurch obsolet. Gleichzeitig befinden sich in der Absaugkanüle mehrere Löcher, die das Fett aus dem Bindegewebe saugen. Durch dieses Verfahren wird ein gleichmäßiges Absaugen in alle Richtungen ermöglicht, wodurch das Gewebe zusätzlich geschont werden kann.

Pro Sitzung sollten maximal 3 bis 5 Liter Fettflüssigkeit abgesaugt werden, um einen möglichen Kreislaufzusammenbruch und andere mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen zu vermeiden.
Über Risiken und Komplikationen speziell der Fettabsaugung und einer Operation oder Narkose allgemein wird der behandelnde Chirurg und Anästhesist im Aufklärungsgespräch ausgiebig informieren.


Nach der Operation

Nach der Operation wird aus der Wunde vermehrt Flüssigkeit abgesondert, die vorwiegend aus Resten der gespritzten Kochsalzlösung besteht. Daher ist es eventuell notwendig, diese Flüssigkeit entweder abzusaugen oder, und das gerade bei sehr großen Eingriffen, für mehrere Tage Saugdrainagen zu legen, um Blut und Sekret aus der Wunde abzuleiten. Auch ist es nach der Operation notwendig, dass die Patienten einen Kompressionsverband tragen. Dieser soll dabei helfen, Schwellungen und Schmerzen zu verringern und bedingt außerdem ein optimales Anmodellieren der Haut.


Ergebnisse

Normalerweise passt sich der Hautmantel nach der Operation von alleine an die neue Form an. Falls die natürliche Straffung der Haut nicht ausreicht, um ein ästhetisches Ergebnis zu erreichen, bietet sich als Folgeeingriff eine operative Straffung der betreffenden Hautregion an. Sollte dies in Betracht kommen, wird der behandelnde Arzt darüber ausführlich beraten.

Generell freuen sich die meisten Patienten nach einer Fettabsaugung über die schönere Kontur ihres Körpers und auch über die Straffung ihrer Haut. Die gefürchtete Dellenbildung ist bei geübter Chirurgenhand selten zu befürchten. Es ist aber wichtig, Fettabsaugungen von einem erfahrenen Facharzt für Plastische Chirurgie durchführen zu lassen, um sich ein späteres unliebsames Erwachen zu ersparen. Diese Chirurgen sind speziell ausgebildet, während ästhetische oder kosmetische Chirurgen keine anerkannte Facharztausbildung absolviert haben und daher auch nicht über das notwendige Detailwissen verfügen.

Ein ideales und objektives Maß für Schönheit gibt es nicht. Man muss bei jeder Schönheitsoperation bedenken, dass es sich um einen ernsthaften Eingriff handelt, der sorgfältig geplant werden sollte, denn auch bei der wenig invasiven Fettabsaugung können ernsthafte Komplikationen nicht komplett ausgeschlossen werden.

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