Dentale Erosion und Abrasion

Zahnschmelzverlust durch Abrasion

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 Die dentale Erosion ist per Definition – im Gegensatz zur Abrasion, Attration oder Abfraktion welche alle durch physikalisch-mechanische Faktoren verursacht werden – eine durch Säueren ausgelöste abtragende Zerstörung von Zahnschmelz und Zahnbein.

Vor allem der häufige Verzehr von säurehaltigen Nahrungsmitteln wie Obst, Fruchtsäften, vielen Sport- und Energydrinks, Süssgetränken, Wein oder Salaten (Essig im Dressing), haben auf den Zahnschmelz eine ähnliche Wirkung wie die Milchsäure von Kariesbakterien. Sie lösen aus dem Zahnschmelz bestimmte Mineralien (z. B. Calciumphosphate) und machen ihn dadurch weicher. Diese säurebedingte Demineralisierung kann durch das Reparatursystem unseres Körpers (Speichel im pH-neutralem Umfeld / WÖLTGENS et al. 1985, MEURMAN et al. 1987) wieder behoben werden, wenn ausreichend Zeit vorhanden ist. Bei der sogenannten Remineralisation, werden nämlich genau diese ausgelösten Mineralien, die dem Zahnschmelz durch die Säure-Attacken entzogen wurden mit Hilfe des Speichels wieder eingelagert. Xylitol kann diesen Prozess positiv unterstützen wie z.B. die Belize-Studie nahelegt. Eine intensive Fluoridierung bietet noch zusätzlichen Schutz vor Säure-Attacken.

Ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein nicht immer hilfreich


Gerade Personen mit einem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein, die demzufolge auch meistens eine sehr gute Mundhygiene betreiben, bilden die Risikogruppe für erosiven und abrasiven Zahnschmelzverlust. Werden nun genau nach dem Essen die Zähne geputzt und zusätzlich eine zu harte Zahnbürste verwandt, oder mit zu hohem Druck gearbeitet – man möchte die gefährliche Plaque (Zahnbelag) ja besonders gut entfernen – so kann sich die gute Absicht ins genaue Gegenteil verkehren. Der „aufgeweichte Zahnschmelz“ wird durch das mechanische Schrubben abgetragen, was über einen längeren Zeitraum zum stellenweisen totalen Verlust des schützenden Zahnschmelzes führt. Der Zahnmediziner spricht von dentaler Abrasion. Das Zahnbein (Dentin), welches farblich wesentlich gelber ist als der Zahnschmelz, liegt dann offen.

Dies ist nicht nur ein ästhetisches Problem, denn Zahnbein (Dentin) ist wesentlich weicher als unser Zahnschmelz und kann von Kariesbakterien (Streptococcus mutans) daher erheblich leichter angegriffen werden.

Die Lösung ist einfach


Entgegen der bisherigen Formel: "Nach dem Essen Zähneputzen" müssen wir etwas warten. Da die Remineralisation im pH-neutralen Umfeld am besten und schnellsten funktioniert, hilft das Spülen des Mundes mit einem Glas Wasser oder das Kauen eines Zahnpflegekaugummis mit Xylitol, die vorhandenen Säuren schnell zu neutralisieren. Mit Wasser oder noch besser mit Kaugummi und damit viel Speichel kann bereits nach ca. 30 Minuten gründlich und schonend geputzt werden. Ohne diese Maßnahmen sollte man mindestens eine Stunde warten.

Tipp:
Da es beim Zähneputzen ja hauptsächlich um die vollständige Entfernung des Zahnbelages (Plaque) geht, kann bei Zeitmangel am Morgen auch vor dem Frühstück geputzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass dann keine klebrigen und zuckerhaltigen Nahrungsmittel konsumiert werden, die gut an den Zähnen haften bleiben (z.B. Honig etc.) Denn dies wäre kontraproduktiv und könnte Karies wieder begünstigen.

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Netzwerk Medizin wurde am 13.02.2019 07:39 Uhr aktualisiert.

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