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Ohren anlegen lassen – Abstehende Ohren und Hörprobleme

Ohrmuscheldeformitäten wie abstehende Ohren können schon bei Kindern als unattraktiv und störend empfunden werden. Besonders in der Pubertät sollten Jugendliche zur Prägung eines positiven Selbstbilds von dieser einfach zu behebenden Einschränkung verschont bleiben. Und dies ist durch einen kleinen Eingriff in jungen Jahren zu erreichen.


Ein Abstand des Ohrrandes zum Kopf von bis zu 18mm wird noch als „normal“ empfunden. Alle darüber liegenden Maße können im schlimmsten Fall zu einem Hässlichkeitsempfinden und einem verminderten Selbstwertgefühl führen. Ein minimalinvasiver, ambulant durchgeführter Eingriff kann das Abstehen der Ohrmuschel, egal wie stark vorhanden, beheben. In einer ca. 2-stündigen OP wird bei örtlicher Betäubung die Korrektur durchgeführt. Kinder unter 10 Jahren bekommen meist eine Vollnarkose verabreicht. Durch einen kleinen Schnitt hinter dem Ohr gelangt der Operateur an den Knorpel, aus dem die Muschel geformt ist.

Abstehende Ohren anlegen lassen

An der Abknickung des Ohres wird der Knorpel abgefeilt und das Ohr durch eine spezielle „Vernähung“ mit der Haut am Kopf fixiert. Sobald sich eine Narbe gebildet hat, stützt dieses härtere Gewebe zusätzlich die Naht. Der Wundverband muss etwa 2 Wochen getragen werden, um die frischen Wunden zu schonen. Außerdem muss ein Stirnband bis zu 8 Wochen vorwiegend nachts getragen werden um ein Abklappen der Ohren und damit das Ausreißen der Nähte zu verhindern. In dieser Zeit ist die Berührung der Wunden mit Wasser nicht zu empfehlen. Ein Trockenshampoo kann dann Abhilfe schaffen. Nach der Operation sind Kühlpacks angenehm.


Optimal ist eine Ohrkorrektur ab dem 3. Lebensjahr und vor Einschulung des Kindes, da Äußerlichkeiten wie abstehende Ohren gern zu Hänseleien führen. Grundsätzlich ist der Eingriff jedoch in jedem Alter durchführbar. Die Risiken sind minimal – kleine Blutergüsse und eine Schwellung sind als normal zu betrachten. Infektionen werden meist durch Gabe eines Antibiotikums verhindert. Die größte Gefahr birgt das direkte Ziehen am Ohr binnen einer Woche nach dem Eingriff, da dadurch die Spezialnaht reißen kann und damit Blutungen und Schmerzen verbunden wären. In diesem Fall muss die OP wiederholt werden, eine einwöchige Schonungsphase besonders bei Kindern und die Vermeidung von Kontaktsportarten sind daher optimal. Unprofessionelle Anlegungen können schwächere Nähte aufweisen, die sogar von selbst durch die Spannung wieder aufgehen können. Man sollte sich also bei einem eingetragenen Profi mit möglicher Nachsorge operieren lassen. Daher ist auch von einem Eingriff im Ausland besser abzusehen.

Mit örtlicher Betäubung kostet der Eingriff ca. 1.000€ pro Ohr, die Krankenkassen übernehmen die Kosten bis zum 17. Lebensjahr oft, aber nicht immer, da das Abstehen die Hörleistung nicht beeinträchtigt.