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Liegt Schönheit im Auge des Betrachters


Der Drang zur körperlichen Perfektion

Schönheit liegt im Auge des Betrachters – sagt man. Trotzdem legen sich pro Jahr rund 500.000 Deutsche unters Messer um attraktiver auszusehen. Die meisten davon sind Frauen aber auch bei Männern ist die Tendenz steigend. Kein Wunder, denn ebenmäßige Züge und Jugendlichkeit gehen bewiesenermaßen Hand in Hand mit Erfolg beim anderen Geschlecht und besseren Aufstiegsmöglichkeiten im Job.

Volle Lippen, große Augen, straffe Haut und eine schlanke Erscheinung stehen bei Frauen ganz hoch im Kurs. Denn das so genannte „Kindchenschema“ wirkt grenz- und kulturübergreifend auf Männer attraktiv. Frauen sind in der Beurteilung männlicher Schönheit differenzierter. Grund dafür ist der weibliche Zyklus. Während ihres Eisprungs achten sie verstärkt auf so genannte „Dominanzmerkmale“. Ein einfaches Beispiel dafür ist das Aussehen von Hollywoodstar George Clooney: kantiges Kinn, volles Haar, buschige Augenbrauen. Außerhalb der fruchtbaren Tage stehen bei Frauen eher „Softies“ hoch im Kurs, denen sie einen niedrigeren Testosteronspiegel und damit mehr Beständigkeit attestieren.

Im Kampf um gutes Aussehen sollte man meinen, dass vor allem unattraktive Zeitgenossen den Weg zum Schönheitschirurgen einschlagen, aber das Gegenteil ist der Fall. Besonders Menschen, die dem Schönheitsideal schon weitgehend entsprechen, haben den Drang zur körperlichen Perfektion. Männer und Frauen, die weit vom Ideal abweichen finden im Laufe der Jahre meist andere Wege ihr Selbstbewusstsein zu stabilisieren – und sind damit nicht minder erfolgreich. So galt die Amerikanerin Wallis Simpson selbst in ihrer Jugend nicht als makellose Schönheit. Trotzdem besaß sie die Macht dem englischen Thronfolger den Kopf zu verdrehen. Am 11. Dezember 1936 gab Edward seiner bürgerlichen – und noch dazu geschiedenen – Geliebten zuliebe die Krone zurück.

Die Macht der Schönheit gilt nicht uneingeschränkt. Ausstrahlung und Charisma sind ebenfalls auf den ersten Blick zu erfassen und beeinflussen die positive Wirkung eines Menschen ebenso wie körperliches Ebenmaß. Glücklich diejenigen, die beides haben: Ausstrahlung und körperliche Attraktivität. Alle anderen müssen jedoch nicht zu verzweifeln, denn schließlich hat jeder Mensch Einfluss auf seine persönliche Entwicklung und für körperliche Schönheit sorgt eine gewaltige Industrie, die jährlich 160 Milliarden Dollar umsetzt.