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Wie funktionieren Hörgeräte?
So schwierig das Leben mit einer Behinderung sein mag, besonders Hörgeschädigte haben viele Möglichkeiten, durch technische Unterstützung ihre Einschränkung fast zu vernachlässigen. Die modernen Hörgeräte bieten Leistung bis hin zu stärkster Schwerhörigkeit. Fehlen Teile des Gehörapparats, ist dies oft sogar noch mit einem Implantat behebbar. Den meisten kann also dank der Forschung und den guten technischen Möglichkeiten geholfen werden. Doch wie genau funktionieren die verschiedenen Geräte?
Der Klassiker ist sicher das hinter dem Ohr getragene Gerät. Dieses funktioniert durch eine Otoplastik, ein maßgefertigtes Kunststoffstück, dass in die Ohrmuschel eingelegt wird. An diesem ist eine Slim-Tube, ein dünner Schlauch oder ein dünner Draht befestigt. Das Mikrofon am Gerät nimmt den Schall auf, verstärkt ihn und gibt ihn über den Schlauch bzw. den feinen Draht lauter in das Ohr weiter. Ähnlich funktionieren auch die Im-Ohr-Geräte – am vorderen Teil wird der Schall aufgenommen, innen verstärkt und am innen liegenden Teil in den Gehörgang weitergegeben.
Heutzutage gibt es auch Hörbrillen oder Taschenhörgeräte, die ebenso mit einem Mikrofon, Verstärker und Tonausgeber ausgestattet sind. Implantierbare Hörgeräte sind hingegen erst in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden, da zu dieser Zeit die Messverfahren entwickelt wurden, die für diese Art der Hörhilfe unbedingt nötig sind. Diese werden bei einem defekten Gehörgang, jedoch einem intakten Innenohr angewendet.
Hier unterscheiden sich Schädelknochenimplantate, die den Schall über entsprechende Vorrichtung über den Schädelknochen zum Innenohr leiten. Mittelohrimplantate hingegen verlangen ein intaktes Mittelohr. Die Schwingungen werden über ein außen am Schädel angebrachtes Mikrofon übertragen und so hörbar gemacht. Ein Hirnstammimplantat stimuliert direkt den Hörkern im Gehirn. Dieses Verfahren wird primär dann angewendet, wenn der Hörnerv im Ohr zerstört ist, was bei Krebserkrankungen der Fall sein kann. Bei allen Implantaten ist grundsätzlich ein Infektionsrisiko gegeben, was so eine gute Hygiene verlangt. Auch ist das Wechseln der Batterie meist mit einem kleinen Eingriff verbunden, der im Durchschnitt alle 10 Jahre erfolgen muss.
Moderne, digitale Hörgeräte haben den Vorteil, dass der Schall im Gerät durch einen Minicomputer bearbeitet werden kann. Dies ergibt z.B. die Möglichkeit bestimmte Geräusche lauter zu hören als andere.