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Botox – Segen oder Fluch?

Aus den Gesichtern der Promis ist es schon nicht mehr weg zu denken und in den Medien ist es so ständig präsent: Das Nervengift Botox, das durch Einspritzen in die oberen Gesichtsmuskeln die Bewegung des jeweiligen Bereiches verhindert und damit Falten „unsichtbar“ macht. Doch wie funktioniert eine Behandlung und welche Schäden kann das „Lahmlegen“ von Gesichtsteilen verursachen?


Botulinumtoxin, kurz Botox, wirkt hemmend auf die Reizübertragung am Muskel. Dieser bekommt keine Information mehr, sich zusammenzuziehen, bleibt somit entspannt und Falten im Mimikbereich verschwinden so für 3-6 Monate. In dieser Zeit wird das Botox vom Körper abgebaut und die Wirkung verringert sich wieder. Die Behandlung kann jederzeit aufgefrischt werden und ist bei einem Facharzt schnell durchgeführt. Mit einer sehr dünnen Nadel wird das Gift schmerzarm in den Muskel unter die zu verringernde Falte eingespritzt. Sofort entspannt sich das Muskelgewebe darunter und ein sichtbar glatteres Hautbild entsteht. In wenigen Minuten können Falten so gemindert und ein jüngeres Aussehen bewirkt werden. Eine Botoxbehandlung ist somit optimal bei mimikbedingten Falten wie auf der Stirn oder rund um die Augen.



In sehr geringen Mengen und von einem entsprechend ausgebildeten Facharzt, unter hygienischen Bedingungen und einem Augenmerk darauf, wie das Gewebe reagiert, kann Botox ohne stärkere Nebenwirkungen schöne Effekte erzielen. Doch durch die relativ einfache Handhabung und den Hype, den das Gift aktuell erlebt, springen viele „Botox-Gurus“ auf den Karren auf und bieten Behandlungen zuhause oder gar auf eine „Botox-Party“ an.

Dass hier keine wirklich hygienischen Umstände herrschen, dürfte offensichtlich sein. Das jedoch wesentlich größere Problem: Das Gift lähmt Teile des Gesichtes! Einmal falsch gesetzt können mimischen Entgleisungen entstehen sowie ein teilweise starres Gesicht ohne Mimik oder Ausdruck – wenn auch faltenfrei. Erschreckende Beispiele für die Übertreibung mit Botox stellen viele Stars und Sternchen dar, die zwar 20 Jahre jünger wirken, jedoch wie Plastikpuppen ohne Mimik, ohne Gesichtsbewegung und folglich ohne ernsthafte Filmangebote gesehen werden. Botox kann ein Hilfsmittel sein – jedoch kann eine Übertreibung oder die laienhafte Anwendung zu unangenehmen Folgen führen. Eine Beratung durch den Facharzt ist somit unerlässlich.