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Die Ästhetische Medizin bald ohne Skalpell?
Schönheitsoperationen gehören in der Welt der Stars schon fast zum guten Ton und löst heute die Fitness- und Ernährungswelle in den 70ern rund um Jane Fonda & Co ab. Nach Villen, Autos, Schmuck und Mode tragen die Reichen und Nachher-Schönen ihre finanzielle Situation im Gesicht oder im Dekolleté zur Schau. Es geht – also macht man es. Vom Facelift über die Fettabsaugung, Lidkorrekturen und perfekten Gebissen, kein medizinischer Zweig erfährt so viel Forschung wie der ästhetische.
Dies mag mit den enormen Summen zusammenhängen, die besonders in den USA für die „unkomplizierte“ Schönheit ausgegeben werden. Doch die Schönheitschirurgen steuern immer mehr den Patienten an, den die Summen und die teilweise auftretenden Komplikationen noch schrecken. Schonende, schnell durchzuführende Behandlungen mehren sich, um das Gefühl der Normalität zu steigern. Führen die aktuellen Forschungen bald zu einer Chirurgie ohne Skalpell?
Ja! Mit der Entwicklung von Ultraschallwellen oder Radiofrequenzschwingungen, Injektionstherapien und organisch abbaubaren Knochenstützen nehmen die so genannten minimal-invasiven, also durch geringen Eingriff in den Organismus verbundenen, Therapien zu. Und dies schont nicht nur den Patienten bei der OP, sondern auch das Risiko durch starke Narkosen bei den teils schmerzhaften Behandlungsformen der alten Schule nimmt damit ab.
Zusätzlich verringert sich auch die Gefahr der Kunstfehler durch grobe Schnitte, Blutgefäß- oder Nervenverletzungen. Der Arzt bekommt eine höhere Routine durch vermehrte Eingriffe, da die Angst der Patienten abnimmt, die Behandlungsdauer wesentlich kürzer wird, die Heilphase wenige Einschränkungen beinhaltet und die Kosten für die wesentlich einfacheren Eingriffe drastisch sinken werden.
So ist das brutale „Stripping“, das Herausreißen von Krampfadern, bereits durch gezieltes Veröden der Gefäße durch Ultraschall oder Verkleben durch Schaum in minimalsten Ansatzpunkten ersetzt worden. Die mechanisch aufwendige Fettabsaugung wird durch Ultraschall unterstützt und benötigt immer dünner werdende Kanülen. In Zukunft kann damit gerechnet werden, dass die Fett-weg-Spritze, die Injektionslipolyse, in Deutschland zugelassen und in 2-3 Jahren auch in größeren Bereichen eingesetzt werden kann.
Dann sind wenige Nadelstiche ausreichend, die das Fett auflösen und abtransportierbar für das körpereigene Lymphsystem machen. Eigenfett ersetzt Silikon oder Auffüllstoffe an Lippen, Busen oder Po und bietet eine Alternative zum Streifenschneiden zur Gewinnung von Eigenhaartransplantaten.
Organische Knochenstützen lösen sich selbständig im Körper auf, eine Operation zur Entfernung von Schrauben etc. ist dann unnötig. Zu diesen Zwecken schließen sich schon jetzt aufgeschlossene Ärzte verschiedener Fachrichtungen zu Symposien zusammen, um weitere Meilensteine der Ästhetischen Medizin entwickeln. Gute Aussichten!