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Magenverkleinerung durch Magenband (Gastric-Banding)


Für Patienten mit extremen Formen von Übergewicht bei einem Body Mass Index größer als 40 kg/m² ist es meist nicht mehr möglich, durch Diät, Verhaltensänderung oder Medikamente das Gewicht in den Griff zu bekommen. Starkes Übergewicht oder ausgeprägte Adipositas, wie es in der Fachsprache heißt, ist gesundheitsschädigend und zieht Krankheiten wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes nach sich. Mit einem BMI von 35 und mehr ist man schwerst übergewichtig und die Wahrscheinlichkeit, dass man durch dieses Übergewicht bereits an Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkerkrankungen und Schlafapnoe leidet, ist sehr hoch. Starkes Übergewicht wirkt sich aber auch auf die Psyche aus. Es entsteht ein negatives Selbstbild und ein eingeschränktes Selbstbewusstsein. Schweres Übergewicht kann nicht selten zu sozialer Isolation führen. In den Letzten Jahren wurden daher verschieden Operationsmethoden entwickelt, um diesen Patienten zu helfen. Das Magenband hat hierbei die Aufgabe durch Begrenzung der täglichen Nahrungsaufnahme und damit auch einer eingeschränkten Kalorienzufuhr die gewünschte Gewichtsreduktion zu erreichen.


Operation

Es sind zwei verschiedene Operationsverfahren möglich, die beide nach dem gleichen Prinzip wirken: die ältere und klassische "vertikale Gastroplastik nach Mason" und das neuere Verfahren, bei dem ein anpassbares Magenband implantiert wird.
Bei der vertikalen Gastroplastik wird am Magen nach einem offenen Bauchschnitt unterhalb des Mageneingangs mit Klammern eine Tasche gebildet. Bei dem anpassbaren Magenband wird meist laparoskopisch gearbeitet: Mittels 4-5 kleiner Einstiche werden die Spezialinstrumente für die Operation in die Bauchhöhle eingeführt. Dann wird um den oberen Teil des Magens ein Band aus Silikon gelegt und der Magen hierdurch in zwei Teile geteilt: der kleinere Vormagen mit ca. 20-30 ml Inhalt, der auch Pouch (Magentasche) genannt wird, und ein großer Teil unterhalb des Bandes, der sogenannte Restmagen. An der Innenseite wird bei dem anpassbaren Magenband ein zirkulärer aufblasbarer Ballon angebracht, der nach außen mit einem Port verbunden ist. Der Vorteil dieses Verfahrens gegenüber der Gastroplastik ist, dass nach der Operation der Durchmesser der Strecke von Magentasche in Restmagen abhängig von der erwünschten Gewichtsabnahme individuell durch Injektion variiert werden kann. Nachteil dieses Verfahrens ist, dass ein Fremdmaterial in der Körper eingebracht werden muss.
Die Operation dauert ein bis zwei Stunden und wird in Vollnarkose durchgeführt.


Wie wirkt das Magenband?

Die Eingriffe am Magen zwingen den Patienten, sein übermäßiges Essverhalten auf Dauer zu ändern. Er muss nicht nur die Nahrungszufuhr einschränken, sondern länger und stärker kauen. Große Speisen könnten nämlich für längere Zeit den engen Kanal zwischen Magentasche und Restmagen verlegen. Es kann zum Erbrechen kommen, wenn der Patient auf einmal mehr Nahrung zu sich nimmt, als der Pouch zulässt. In der Regel lernt der Patient nach zwei bis drei Monaten, seine Nahrungszufuhr der Aufnahmefähigkeit des kleinen Vormagens anzupassen; die Frequenz des Erbrechens nimmt somit mit zunehmendem Abstand von der Operation stetig ab.
Die Eingriffe am Magen üben aber nicht nur einen Zwang aus, sondern haben einen wichtigen positiven Zusatzeffekt. Selbst nach geringer Nahrungszufuhr tritt ein Sättigungsgefühl ein, das nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen durch neuronale Impulse ins Sättigungszentrum des Hypothalamus im Gehirn ausgelöst wird. Die Patienten verspüren dadurch weniger Hunger. Der enge Magenausgang verzögert außerdem die Entleerung, daher hält das Sättigungsgefühl viel länger als gewöhnlich an.
Die chirurgischen Verfahren haben allerdings keinen Effekt auf das Appetitverhalten der Patienten, das überwiegend über äußere Reize ausgelöst wird.


Postoperative Komplikationen

Frühe postoperative Komplikationen sind sowohl nach vertikaler Gastroplastik nach Mason wie nach anpassbarem Magenband außerordentlich selten. Nach der offenen Bauchoperation nach Manson muss in manchen Fällen mit einem Wundinfekt gerechnet werden. Die weiteren typischen Operationskomplikationen wie Thrombose und Lungenembolie sind bei extrem übergewichtigen Patienten durch vorbeugende Heparinisierung und frühzeitige Mobilisation sehr selten.
Ansonsten gelten die typischen Operationsrisiken, über die der behandelnde Arzt vor dem Eingriff ausführlich informieren wird.


Weitere Informationen

Das Magenband wird nur bei extremem Übergewicht (BMI über 40) eingesetzt, wenn alle anderen Therapieansätze ohne Erfolg waren. Der Erfolg dieser drastischen Methode ist recht gut und die konsekutiven Gewichtsabnahmen sind meist beträchtlich. Die Patienten nehmen innerhalb der ersten 24 Monate im Mittel 40 kg an Körpergewicht ab, und anschließend stabilisiert sich das Gewicht in etwa auf diesem Niveau. Um den Operationserfolg zu gewährleisten, müssen die Patienten allerdings in konsequenter Nachbetreuung bleiben. Wichtig ist auch, dass sich die Patienten nicht über ihren Hunger hinaus Nahrung zuführen. Die Ernährung selbst sollte ausgewogen sein, Sonderdiäten mit extremer Zusammensetzung der Nahrung sind weder nötig noch sinnvoll.
Die Kosten von ca. 4.000 EUR werden nicht immer von der Krankenkasse übernommen.







Medizin und Gesundheit wurde am 12. February 2012 um 00:05:03 Uhr aktualisiert. 

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