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Hallux valgus


Als Ballenzeh bzw. Hallux valgus wird eine Einwärtsdrehung der Großzehe bezeichnet, deren Abbiegewinkel mehr als 10° entspricht. Es handelt sich um die häufigste Zehenfehlstellung. Besonders Frauen im mittleren Alter leiden darunter.
Ein Hallux valgus kann auf Dauer zu einer schmerzhaften Arthrose im Großzehengrundgelenk führen, da die permanente Schiefstellung des Gelenks zu einem frühzeitigen Verschleiß führt. Es entsteht ein so genannter Hallux rigidus. In solchen Fällen erweist sich ein chirurgischer Eingriff nicht nur aus kosmetischen Gründen als angezeigt.
Als eine Ursache für den Hallux valgus gilt eine genetisch bedingte Bänder- und Gewebsschwäche. Durch die Gewebsschwäche kann ein Senk-Spreizfuß entstehen, der oft die Vorstufe eines Hallux valgus ist. Falsches aber auch zu bequemes Fußwerk fördert die Entwicklung der Schiefstellung ebenfalls. Die Fußmuskulatur wird nicht entsprechend gefordert, so dass sie dem Aufspreizen des Fußes nicht mehr erfolgreich entgegenwirken kann. Die ständige Belastung des Großzehenballens führt dazu, dass sich knöcherne Anbauten, so genannte Exophyten, bilden. Damit einher geht eine schmerzhafte und leicht entzündliche Schleimbeutelbildung. Die Verformung kann verschiedene Schweregrade annehmen. Einen Zusammenhang zwischen dem Grad der Fehlstellung und dem Ausmaß der Beschwerden gibt es aber nicht.


Operative Methoden

Die zu favorisierende operative Methode unterscheidet sich je nach Schweregrad der Fehlstellung. Man unterscheidet grob zwischen gelenkerhaltenden und gelenkersetzenden Verfahren. Erstere sind stets vorzuziehen, können aber gerade bei fortgeschrittener Arthrose oder besonders schweren Fällen des Hallux valgus nicht immer herangezogen werden. Bei der Exostosenabmeißelung wird bei einem gering ausgeprägten Hallux valgus allein der Knochenwulst, die so genannte Exostose, abgetragen. Dieser Eingriff findet heute nur noch selten Anwendung, da er die eigentliche Ursache des Hallux valgus nicht behandelt. Bei einer ebenfalls nur noch selten durchgeführten Methode, der so genannten Resektion, trägt der Chirurg etwa ein Drittel des Grundgelenks der Großzehe ab. Das Verfahren ist schnell und leicht durchführbar, bringt aber den kosmetischen Nachteil mit sich, dass die Großzehe im Laufe der Operation verkürzt wird. Die neuen Operationsverfahren wollen das fehlstehende Fußgelenk erhalten. Sie sind meist Achskorrekturen am Knochen, auch als Osteotomie bezeichnet. Im Zuge der Operation wird der kopfnahe Anteils des ersten Mittelfußstrahls umgestellt und neu ausgerichtet.
Eine Methode ist die Operation nach Boesch. Hierbei handelt es sich um einen mikro-invasiven Eingriff mit einem Operationszugang von nur wenigen Millimetern. Der Chirurg durchtrennt den Knochen nahe des Mittelfußköpfchens und stellt dann auf schonende Weise den Knochen um und richtet ihn neu aus. Zunächst wird dann der hervorstehende Knochenanteil, der "Ballen", zum Kleinzeh hin verschoben. Dabei wird der X-Winkel ("Valgus") aufgehoben und der Großzeh in eine normal und ästhetisch zufriedenstellend aussehende Form gebracht. Die verlorene Dämpfungsfunktion des Fußes wird wiederhergestellt, indem der Chirurg das Längs- und Quergewölbe bogenförmig aufzieht. Zum Schluss wird der neugeformte Fuß mit einem Titandraht inwendig geschient, um die neue Fußform zu fixieren. Nach vier Wochen wird der Draht wieder entfernt. Für vier weitere Wochen stabilisiert ein Stützverband die Gelenke. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung mit Gabe von Beruhigungsmitteln, in einer Spinalanästhesie oder unter Vollnarkose erfolgen. Bei einer Spinalanästhesie wird die ganze untere Körperhälfte betäubt, im Gegensatz zur einfachen Betäubung, die sich lokal auf den betroffenen Fuß beschränkt.
In 90% der Fälle können beim Boesch-Verfahren beide Füße gleichzeitig operiert werden, da dank der geringen Wundgröße und dem nur kurzen Verweilen der stabilisierenden Metallstäbe die körperliche Belastung minimiert wird.


Prognose

Bei richtiger Diagnosestellung und geeigneter Wahl des Operationsverfahrens ist die Langzeitprognose beim Hallux valgus gut.
Es ist zu beachten, dass nach dem operativen Eingriffen mit einer Arbeits- und Sportunfähigkeit zu rechnen ist. Dieser Zeitraum kann je nach angewandter Operationsmethode 3 bis 6 Monate andauern. Zum Erfolg der Behandlung trägt außerdem eine enge Zusammenarbeit mit einem Orthopädietechniker bei.







Medizin und Gesundheit wurde am 11. February 2012 um 00:05:03 Uhr aktualisiert. 

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