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Diäten machen dick.Ein Drittel dessen, was der Wohlstandsmensch isst, braucht er, um zu leben. Vom Rest leben Ärzte und Diätindustrie.Nie zuvor war diese spöttische Aussage so wahr wie heute. Die WHO betrachtet das Problem der Überernährung als größer, als das des Hungers und spricht von einer globalen Epidemie. Diäten, von denen viele Betroffene Hilfe erwarten, bewirken oft das Gegenteil. Viele Diäten machen dick und krank. Studien belegen eindeutig: Wenn eine Gruppe von Leuten ihre Nahrungszufuhr begrenzt und ganz bewusst gegen den eigenen Appetit kämpft, dann sind diese Menschen im Durchschnitt ein Jahr später dicker, als wenn sie die Diät nicht gemacht hätten. Warum machen Diäten dick? Eine Diät bedeutet für den Körper eine Hungersnot. Er fährt den Energieverbrauch runter und nutzt jedes bisschen Nahrung bis aufs Letzte aus. Deshalb nimmt man zwar zu Beginn einer Diät ab, aber nach einer Woche hat der Körper den Trick raus und steuert dagegen. Tausende Jahre Überlebenskampf unserer Evolution lassen Grüßen. Sobald der enttäuschte Kunde wieder normal isst, kehrt er dank der optimierten Futterverwertung rasch zum Ausgangsgewicht zurück. Ab der zweiten oder dritten Diät kommt es dann zum berühmten Jo-Jo-Effekt: Für den Körper handelt es sich um ein Zeitalter mit massiven Hungersnöten - darum legt er sich nach jeder Diät ein zusätzliches Reservepolster zu, der Gewichtsverlust wird überkompensiert. Gegen diese Überlebensstrategie des Körpers sind wir machtlos. Dazu kommt, dass bei Diäten häufig Muskeln schmelzen anstatt Fettgewebe. Auch unser Herz ist ein betroffener Muskel. "So kann Fasten mit dem Tod enden", warnt der Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik, Sven-David Müller. Bei radikalen Diäten greift der Körper auf eigene Vorräte zurück. Leider sind es nicht die Fettdepots in den Schwimmringen an den Hüften, sondern in erster Linie das stoffwechselaktive Muskelgewebe, das dem bloßen Fasten zum Opfer fällt. Auch die lebensnotwendigen Speicher an Mineralstoffen und Vitaminen werden entleert. Was hilft wirklich? Die schlechte Nachricht zuerst. Ohne Fleiß kein Preis. Es gibt kein Mittelchen das Ihnen ein weiter so erlaubt - auch wenn es noch so teuer ist. Der Grund, Sie ahnen es schon, liegt wieder in unserer Evolution. Wir sind Jäger und Sammler, also "Lauftiere" - keine Stubenhocker und Autofahrer. Wie Luft zum atmen braucht unser Körper auch Bewegung. Drei Mal wöchentlich je eine Stunde joggen wäre völlig ausreichend und würde kombiniert mit einer ballaststoffreichen, ausgewogenen Ernährung wahre Wunder wirken. Positiver Nebeneffekt wäre eine drastische Reduzierung vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Todesursache Nummer 1 in Deutschland und damit ein enormer Zugewinn an Lebensqualität. Doch solange wir unseren inneren Schweinehund nicht überwinden und weiterhin den schönen Märchen der Diätmittelindustrie verfallen, werden wir nur dem Idealbild des Michelin-Männchens immer näher kommen. Medizin und Gesundheit wurde am 19. März 2008 um 00:05:03 Uhr aktualisiert.
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